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Friedrichstadt was machst du?

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Friedrichstadt – Zukunftsstadt

Die Stadt Friedrichstadt, mit ihren 2500 Einwohnern, macht sich Gedanken zu ihrer Zukunft. Im Rahmen des vom BMBF geförderten Wettbewerbs hat sich Friedrichstadt als „Zukunftsstadt“ beworben und in der ersten Runde erfolgreich in Bewegung gesetzt.

Wie viele Gemeinden im ländlichen Raum sieht sich Friedrichstadt mit grundsätzlichen sozial-ökonomischen Herausforderungen konfrontiert.

Die allgemeine demografische Entwicklung verstärkt sich in Friedrichstadt zusätzlich durch die anhaltende Abwanderung der Jungen. Attraktiv hingegen scheint der Ort auch für Zuwanderung zu sein, für jene, die sich nach einem Alterssitz sehnen, der ihrem Lebensstil nicht allzu sehr entgegensteht.

Die Stadtentwicklungspolitik der vergangen Dekaden und staatliche Förderprogramme, wie die Eigenheimzulage und die Pendlerpauschale, haben auch in Friedrichstadt deutliche Spuren hinterlassen. Neben der historischen Kernstadt ist eine Einfamilienhausstadt entstanden. Beide Siedlungsformen jedoch weisen heute sichtbar, mit Leerständen und Sanierungsbedarf, auf eine entschiedene Neuausrichtung der Planung hin.

Die „Holländerstadt“ Friedrichstadt ist aber nicht nur eine kleine Stadt mit 2500 Einwohnern in Nordfriesland, sondern kann zudem als eine Utopie des 17. Jahrhunderts gesehen werden. Geplant als Welt- und Hafenstadt, ist sie Wunschort geblieben, ihre historische Kulisse wird in den Sommermonaten hauptsächlich von Tagestouristen bevölkert, im Winter hingegen kommt das Gemeindeleben mehr oder weniger zum Erliegen.

Der eingereichte Antrag im Zukunftsstadt-Wettbewerb und der angestoßene Prozess beinhalten umfangreiche Kommunikationsschritte, um so viele Einwohner*innen wie möglich an der Entwicklung teilhaben zu lassen, innovative Ressourcen sicht- und verhandelbar zu machen und mögliche Zukünfte aktiv zu gestalten.

Urban Design der HCU-Hamburg begleitet den Antrag wissenschaftlich, und hat im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten ein erstes Seminar mit internationalen Studierenden zum Thema „Friedrichstadt – Zukunftsstadt“ vor Ort umgesetzt.

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Ausgehend von der Annahme, dass Stadt aus einer Vielzahl von Handlungen unterschiedlichster Akteure alltäglich hervorgebracht wird, stellen wir die Frage: Was macht Friedrichstadt (aus)? Was, wie, wann, wo und wer macht Friedrichstadt?

In einem einwöchigen Kompakt-Seminar haben sich 20 Master- und Bachelorstudierende der verschiedenen Disziplinen (Resource Efficiency in Architecture and Planning, Architektur, Stadtplanung, Kultur der Metropole und Urban Design) der HafenCity Universität Hamburg, in interdisziplinären und interkulturellen Teams, auf die Suche nach den Fragen und Themen begeben, die Friedrichstadt derzeit bewegen. Begleitet wurde das Seminar von den Urban Design Lehrenden Prof. Bernd Kniess, Ben Pohl und Tabea Michaelis. Als Gäste waren Michael Schäfer und Tom Gräbe für weitere Inputs dabei.

Wie aber kommt man mit der Vielzahl von Menschen, Institutionen, Naturgegebenheiten, Orten und Materialien in ein Gespräch?

Mit forschender Neugier haben wir Rat- und Vorschläge zurückgestellt und zunächst zugehört, hingesehen und Fragen gestellt. Mittels videographischer Methoden der qualitativen Sozialforschung begaben sich sieben Teams beobachtend und fragend auf den Weg und setzten ihre forschenden Interventionen als Kommunikationsmittel ein. Die hervorgebrachten Themen, Fragen und Motive versammelten wir in einem videographischen Katalog (im Online-Tool pageflow.io). Am Ende der ersten Forschungswoche wurden diese Einblicke freigelegt und bei einer Aufführung mit Friedrichstädter*innen und Kolleg*innen der Verwaltung und der Wirtschaftsförderung diskutiert.

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Wie navigieren ...?

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Die Filme

Die sieben am Ende der Woche präsentierten Filme können, gemäß des zeitlichen Rahmens ihrer Erstellung, nur den Prozess einer möglichen Untersuchung beginnen. Sie eröffnen das Feld und ermöglichen mit der Sichtbarmachung und Offenlegung des fremden Blicks der Forscher*innen, auch den Bewohner*innen Friedrichstadts, neue Einblicke in Themen und Fragen die Friedrichstadt bereithält. Sie kreisen um „Orte der Begegnung“ und das „Gemeinschaftliche“, sie spüren den natürlichen Ressourcen nach, wenn sie fragen: „Und was macht der Wind?“ Sie widmen sich mit den „Fenstern“ dem Verhältnis der Gestaltung von Privatem und Öffentlichem und thematisieren seine Schnittstellen. Sie untersuchen das touristische Schauspiel vor historischer Kulisse. Sie fragen nach den Lieblingsorten der Friedrichstädter, was diese auszeichnet und was man an ihnen Besonderes mag. Und sie widmen sich den alten und jungen Menschen und fragen danach, wie diese – ganz unterschiedlich – ihre Stadt in Gebrauch nehmen und sie so alltäglich hervorbringen.

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The City does – Die Stadt macht

Auf den verschiedensten Wegen erkundeten wir Friedrichstadt. Dabei überlappten sich Wege, entstanden Schnittpunkte, formte sich ein Bild.

In different ways we explored Friedrichstadt. In doing so there were overlapses of ways, intersections arised, an image was formed.
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Welche Orte sind besonders? Welche Räume werden wie genutzt? Wie ist die Atmosphäre der Stadt? Was macht sie und wer macht sie überhaupt?

Wo führt uns das hin?

Eine Antwort auf diese Frage zu geben ist nicht leicht, zu vielseitig sing gebauter Raum, Mensch und Natur in Friedrichstadt.
Um uns einer möglichen Antwort anzunähern, begaben wir uns in das Forschungsfeld "Friedrichstadt" und befragten die Bewohner*innen der Stadt in Form eines kleinen Audiointerviews nach ihren Lieblingsorten und was sie dort täten. Diese Orte bildeten wir videographisch ab, gaben unsere eigenen Assoziationen in Form eines Verbs dazu und mischten alle drei Komponenten durcheinander. So entstand ein fragmentarisches, subjektives "Bild" der Stadt, auf drei Ebenen der sinnlichen Wahrnehmung.




Which places are special? Which spaces are used in what way? How is the atmosphere of the city? What does Friedrichstadt do, and who does anything?

Where do we go?

To find a answer to those questions is not that easy, so versatile is the city itself, the people and the nature.
To approach a possible answer, we went into the research field "Friedrichstadt" and asked the inhabitans in form of a small audio interviews about their favorite places and what they were doing there. We went to these places and took some video, gave our own associations as a verb on top and mixed all together.
The result is a fragmented, subjective "image" of the city, on three levels of sensory perception.
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Was erzählen die Fenster von Friedrichstadt?

Diese kleine besondere Stadt, hat viele Züge, die sie einzigartig machen. Wir bemerkten die Fenster als ein besonders Phänomen der Stadt. Sie spielen eine wichtige Rolle in Bezug auf das Zusammenwirken von Öffentlichem und Privatem, da sie eine Schwelle von den Bürgersteigen zu dem Inneren der Häuser darstellen. Alles begann mit dem ersten Spaziergang durch die gepflasterten Straßen. Wir stolperten über ein Schaufenster mit Töpferware, welches uns ins Innere lockte. Dort wurden wir überrascht von dem was wir vorfanden. Nach diesem Erlebnis, versuchten wir herauszufinden, wer hinter den Fenstern von Friedrichstadt lebt. Wir sammelten Schaufenster, Fenster mit Blumentöpfen und Wackelpuppen, Fenster mit weißen Vorhängen, leere Fenster und noch einiges mehr. Wir haben einen Katalog von Festern erstellt und sind mit den Friedrichstädtern dahinter ins Gespräch gekommen.  

Windows of Friedrichstadt  

What happens behind Friedrichstadt windows? What do the elements in the windows express about the people living behind them? What are the actors and everyday practices?

This small and special city has several characteristics that make it unique. We noticed the Windows as a special feature. They play an important role between the public and private space, as they are the boarder between the inside and the walkway. Everything started during our first walk around the cobblestone streets. We stumbled across a window of a place selling ceramic pots, it lead us to the inner part of the building and surprised us with what we found. After this moment, we continued trying to discover who is behind Friedrichstadt windows. We collected shop windows, flowerpots in windows, moving dolls, white curtains, empty windows and much more. We worked on our collection of windows as a catalogue and started a dialog with the people behind these windows.

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Die Kamera war unser nicht-menschlicher Partner während der Woche in Friedrichstadt. Während der Spaziergänge durch die kleinen Straßen und während des Filmens von Fenstern, Menschen und Alltagssituation wurden wir natürlich bemerkt. Wir als Beobachter, wurden zu Beobachteten. Am Anfang wussten wir nicht mit der Situation umzugehen. Außerdem waren wir, als diejenigen hinter der Kamera, ständig durch die Spiegelung der Fenster auch teil der Videosequenzen. Zunächst dachten wir, dass wir dieses Material nicht verwenden können, aber dann verstanden wir, dass wir als Forscher für diesen Zeitraum Teil des Alltagsgeschehens in Friedrichstadt waren. So versuchten wir unsere Unsicherheit zu überwinden und mit den Menschen in Friedrichstadt ins Gespräch zu kommen. Die Arbeit an der eigenen Rolle hinter der Kamera zu stehen und das Sammeln des Materials waren teil des Arbeitsprozesses.
Nach zwei Tagen des Filmens und Materialsammelns, begannen wir das Material zu sortieren. Wir wählten die Kategorien danach, was die Fenster beinhalteten: Blumentöpfe, weiße Vorhänge, Miniaturmodelle, Puppen und einiges mehr.
Das fertige Video, vermittelt die Idee eines Spaziergangs durch die Stadt, in welchem der Protagonist langsam startet und immer schneller wird. Er stoppt vor einem Fenster, um hinein zugehen und zu entdecken was innen passiert: Akteure, Praktiken, Erlebnisse, Arbeitsplätze, Wohnungen.
Es war uns nicht möglich alle Fenster der Stadt zu sammeln. Die Auswahl an Fenstern im Video ist subjektiv. Sie wurde beeinflusst von unserem Hintergrund, der Zusammensetzung unserer Gruppe und anderen Faktoren.  

Behind the camera  

The camera was our non-human partner for the week in Friedrichstadt. While walking around in the small streets, collecting sequences of windows, people and the everyday life, we of course were noticed as well. We, as the observers, turned into the ones being observed. In the beginning we struggled with us influencing the people. Taking the shots of the windows, we noticed ourselves in the reflection. At first we saw it as unusable footage, but than we thought about how we as the researches are for this time actually part of everyday life of Friedrichstadt. Talking to the people living and working in Friedrichstadt, we tried to open up a dialog. The work on our role behind the camera, as well the collecting of the material, were part of the working process.
After shooting sequences for two days, we started working with the material we collected. We classified the windows we found according to what they showed: flower pots, miniatures, white curtains, dolls and more.  
The final video transmits the idea of a walk around the city, in which the protagonist starts walking slowly and gradually increases the speed. The protagonist just stops in front of the windows to go inside and discover what is behind: Inhabitants activities, experiences, working places, and residences. Of course, we were not able to include all the windows of the city. The selection of windows in the video is a subjective one, influenced by our background, the combination of people in our group and other influences.
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Orte der Begegnung

Wo treffen sich die Friedrichstädter*innen abseits der touristischen Knotenpunkte?
Gibt es in Friedrichstadt einen Raum für das Zusammenkommen der Bewohner*innen?
Einen Platz an dem Menschen einander Begegnen und an dem ein Austausch stattfinden kann?

Diese Fragen kamen uns während einigen Gesprächen über Friedrichstadt in den Kopf, die wir während unseres ersten Kontakts mit der Stadt und ihren Bewohner*innen geführt haben

Ausgehend von den Geschichten über den “Großen Garten”, einem Veranstaltungsort, der in Friedrichstadt von großer Bedeutung für das gesellschaftliche Zusammenkommen gewesen zu sein schien, galt unser ursprüngliches Interesse der Frage, ob und wenn ja welchen alternativen Raum es heute noch für die Bewohner*innen gibt, in dem ein Zusammenkommen stattfinden kann, seit der Große Garten vor einigen Jahren abgerissen wurde.

Unser Ziel war es eigentlich eine kleine “Multi-sited-ethnography” zum Thema “Orte des Zusammenkommens” zu erstellen. Hierfür haben wir unsere Interviewpartner*innen am Ende des Gesprächs gebeten, uns jeweils eine weitere Person und einen neuen Ort zu nennen, an dem wir unsere Forschung fortführen können.

Filmisch haben wir hierbei versucht, Person und Ort in einen Zusammenhang zu setzen, um die Beziehung von Ort und Person zueinander sichtbar zu machen.

Hierbei stellte sich allerdings schnell heraus, dass es in Friedrichstadt mittlerweile an Orten, wie es der Große Garten gewesen ist, sehr fehlt.
Anstatt von Orten der Gegenwart erzählten unsere Interviewpartner*innen viel mehr von Orten der Begegnung, die es einmal gegeben hat, weshalb wir schließlich zu dem Versuch gelangt sind, die Orte und die dazugehörigen Erinnerungen der Vergangenheit abzubilden. Die vergangenen Orte schienen uns durch die lebhaften Erinnerungen und die Trauer über ihr verschwinden von größerer Relevanz für die Friedrichstädter*innen zu sein, als die wenigen Orte die heutzutage wenn überhaupt nur halbherzig benannt werden konnten. 

Um unsere anfängliche Idee, Person und Ort in eine Beziehung zu setzen, trotzdem umsetzen zu können, suchten wir daraufhin, meist mit den Interviewpartner*innen gemeinsam, die Lage der vergangenen Orte auf und verbanden die Aufnahmen mit alten Fotos der Orte aus dem Stadtarchiv.

So kam es schließlich von der Fragestellung “Friedrichstadt, where do you meet?” zu “Friedrichstadt, where did you go?”.




Gathering Places...
Friedrichstadt, where did you go?

Where do the people of Fridrichstadt meet, away from all the tourist spots? Is there a space for a get together of the inhabitants?
A place where people can meet and where an exchange takes place?

Those questions came in mind when we first got in contact with the city and it's inhabitants and listened to their stories. Based on the stories we heard about a place called “Großer Garten”, a venue which seemed to has been of great importance for the social life of Friedrichstadts inhabitants, our first interest was it to find out about present places that might be similar to the Großer Garten, since it was torn down a few years ago.

Our original aim was it to create a small “multi-sited-ethnograph” with the topic of present gathering places. Therefore we asked our interview partners at the end of the talk to name us another person and another place where we could continue our research.

Cinematically we always tried to relate person and place to one another in order to make the relationship between subject and object visible.

Though during this practice it fast became very clear that there obviously was a lack of the kind of places we were looking for. Instead of talking of present places our interview partners always started telling us about gathering places of the past.

That was why we came to the decision to try to visualize past places and the memories that are linked to them.

To be able to stick to our initial idea of relating person and place on camera we visited the location of the past places together with our interview partners and connected them with old photos we found in the city's archive.

That is how we eventually went from the question “Friedrichstadt, where do you meet?” to the question “Friedrichstadt, where did you go?”


Film and research by 
Philip Bellmann
Mehul Khoont
Lilly Seiler

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Der Wind, der Wind, der Wind ...

This study research about Friedrichstadt brought us to go deeply in wind topic. We captured the wind in three categories: wind as a wind, wind for people and wind as energy. All the parts are interconnected to each other. The main actor is the wind. The subjects are different; hence all are affected by wind.

Wind as a wind.

The wind is the part of the nature. It is invisible but it is perceivable. It has different voices or it can give us different feelings. It can be loud and noisy; it can be cold and warm. Sometimes it can be so fast and it can move some objects or even can damage them. Some people like it some people don’t. However, the wind is an important actor in people’s life. Our research in Friedrichstadt lasted 6 days. The first impression for us was the sound of this “silent city”. There are only few people walking in the streets. The noise was coming along the wind. The wind was shaking different objects: garden decorations, leaves on the trees, water in the river, flags on the boats, boats on the water, reeds along the river and etc.

Wind for people.

The wind was visible for the strangers like us but the citizens are already used to live with the wind. Tourists see the wind balances moving in front of the gift shops. They like the movements and they buy as a souvenir for their gardens. However, Friedrichstadt people don’t pay attention to this objects, it is common for them. The wind plays as a non-human actor in Friedrichstadt. It affects people behavior and their habits. For example, they are wearing like onions layer by layer. These layers create a good wind protection for the body. People learned it from their experience. The other thing they learned is how they can benefit from it.

Wind as energy.
The Friedrichstadt city is a part of Schleswig-Holstein state. This state produces wind energy from on-shore and off-shore wind turbines. There is one engineering company located in Friedrichstadt which works on the wind energy projects all around the Germany. However, they don’t provide any projects in Friedrichstadt, since it is restricted to build wind farms in this city. The city is protected by law. Birds, frogs make German law appear and tell us how they are protected in human language.
Wind in Friedrichstadt can be perceived everywhere. It can be recognized from people’s reaction against the wind: from their clothes, from the objects on the streets and the atmosphere in the city. We used different tools and skills to document our research in details. This research gave us an opportunity to bring the different faces of the wind in urban area together.
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Touristen

Welche Relevanz haben Tourist*innen für Friedrichstadt und seine Einwohner*innen? Wer sind die Tourist*innen? Was zieht sie nach Friedrichstadt?

Angekommen in Friedrichstadt und einmal kurz umgeschaut wurde uns schnell klar: Die Tourist*innen sind aus Friedrichstadt nicht wegzudenken.
Durch Interviews, Beobachtungen und Free Listings erfuhren wir jedoch schnell, dass der Tourismus viele Gesichter hat. Beispielsweise die Einnahmequelle, die die Tourismusbranche im Sommer darstellt. Bei gutem Wetter tummeln sich die Leute auf dem Marktplatz oder schlendern durch die mit Giebelhäusern besetzten Straßen. Eine Grachtenfahrt steht natürlich auch auf dem Programm. Oder aber es ist der Spagat, den einige Ladenbesitzer*innen im Winter leisten müssen, weil das Geschäft nicht läuft.
In Annäherung an die genannten Assoziationen des Free Listings erstellten wir eine Bilderreihe, damit zu allererst klar wird, was grundsätzlich mit dem Thema Tourist*innen in Friedrichstadt verbunden wird. Uns war wichtig, dass dabei sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte auftauchen.
Im Weiteren zeigt unser Film von uns subjektiv ausgewählte Zitate und Clips, welche wir während des Aufenthalts vor Ort sammelten.
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Friedrichstadt – Lieblingsorte

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Fragestellung.
Als wir uns auf die Suche nach Geschichten machten, haben uns die Erinnerungen der Menschen in Friedrichstadt und deren Verbindung zu ihrem persönlichen 'Lieblingsort' am meisten interessiert.
'Was ist dein Lieblingsort in Friedrichstadt?'

Zusammenfassung.
Die Zeit hinterlässt Spuren, es entstehen Erinnerungen an speziellen Orten. Eine unzählbare Anzahl von Erinnerungen entsteht in jedem einzelnen Moment, wir haben versucht ein paar von ihnen in Friedrichstadt festzuhalten. Eine Geschichte führte uns zur nächsten, und letztendlich gab es zehn Geschichten von persönlichen 'Lieblingsorten'.

Beobachtung.
Es wurde deutlich, dass alles und jeder miteinander verbunden ist. 'Lieblingsorte' werden durch Erinnerungen geformt, aus denen sie entstanden sind.

Erkenntnis.
Jedes Leben ist von seiner Umgebung geprägt. Dabei ist es eine Sammlung von Erinnerungen, welche oft an den eigenen 'Lieblingsorten' entstanden sind.

Question.

When we went out on the hunt for stories, what interested us were the memories of people in Friedrichstadt and how these memories are connected to their favourite place 'Lieblingsort'.
This became our question 'What is your Lieblingsort... in Friedrichstadt?'.

Synopsis.
Time leaves a mark on everything it touches, an uncountable record of memories are made every passing moment, our attempt was to captures some of these from the people of Friedrichstadt. One story led us to the next and in the end we had ten 'Lieblingsorte'.

Observation.
A realisation hit us: Everything and everyone is connected. 'Lieblingsorte' are etched by the memories.

Discovery.
The lives we lead borrow so much from everything that surrounds us. Life is but a collection of memories, its these memories that transpose into a 'Lieblingsort'.


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Alltag in Friedrichstadt ...

Fragestellung.
Wir wollten herausfinden, was die Friedrichstädter, für sich und andere, in ihrem Alltag tun. Wie prägen die Bewohner ihre Stadt abseits der Touristenströme?

Vorgehen.
Wir führten Interviews und fingen alles, was sich bewegte und wie ein Friedrichstädter aussah, mit unserer Kamera ein. Besonders interessant fanden wir die Geschichten der Menschen, ihre Freizeitgestaltung und deren beruflichen Tätigkeiten.

Beobachtungen.
Der Großteil der Bewohner Friedrichstadts scheint bereits ein erfülltes Leben außerhalb der Stadt geführt zu haben und genießt nun die ruhige "Urlaubsatmosphäre" der Stadt. Wiederum trafen wir auch auf viele Jugendliche, die sich nicht langweilten und uns ebenso offen empfingen. Stets fiel uns die Gastfreundlichkeit und Extraversion der Einwohner auf.

Question.
We wanted to find out what the inhabitants of Friedrichstadt do for themselves and others, in their daily life. How does residents shape their city away from the tourist crowds?

Procedure.
We conducted interviews and began to film the highlights as a inhabitant of Friedrichstadt. We found the stories of the people, their leisure activities and their professional activities, particularly interesting.

Observations.
The bigger part of inhabitants in Friedrichstadt already seem to have had a fulfilling and satisfied life outside of Friedrichstadt and now enjoy the quiet holiday atmosphere which the city offers. In turn, we met so many young people who are not bored, contrariwise they had many stories to tell about the activities which the Friedrichstadt offers. Constantly we noticed the friendliness and hospitality of the inhabitants of Friedrichstadt.



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Die Aufführung

Am Ende der Vorführung kehren sich die Fragen um, sie entstehen bei den Friedrichstädterinnen und Friedrichstädtern selbst, wenn sie uns auffordern gemeinsam mit ihnen die evozierten Themen zu besprechen und darüber nachzudenken:
Wie kann es weiter gehen mit ihrer Zukunftsstadt-Friedrichstadt?
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Apendix

Projektlabor

Die ehemalige Synagoge verwandelten wir für eine Woche in ein Projektlabor

Die Brücke – Ort der Begegnung

Einer der historischen Orte der Begegnung war die Brücke. Die Männer trafen sich hier für gewöhnlich 17:15 zum Schnack. 

Die Fußgängerzone

Die Prinzenstraße ist eines der Hauptziele der Touristen.

Fischermanns Freund

Lieblingsorte

Lady an der Treene

Lieblingsorte

Großer Garten

Orte des Zusammenkommens

Junglinge

Lieblingsorte

Wanderlust

Lieblingsorte

Gartenkönigin

Lieblingsorte

Meerjungfrau

Lieblingsorte

Nostalgie

Lieblingsorte

Traumfänger

Lieblingsorte

Auszeit

Lieblingsorte

Sail Away

Lieblingsorte

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Für den ersten und kompakten Forschungsschritt war dabei auch das Wohnen mit und bei Gastfamilien, der offene Prozess und der sichtbare Gebrauch der ehemaligen Synagoge als Ort der Arbeit, des Lebens, der Feste und des Austausches von entscheidender Bedeutung, um Situationen des Gespräches hervorzubringen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.
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Der „Take“ ist ein Begriff aus der Musik oder dem Film. Er bezeichnet die einzelne und spezifische Aufnahme eines Stückes oder einer Szene. Von Take zu Take werden Veränderungen unternommen und Variationen eingeführt, z.B. in der Wahl der Instrumente, der Perspektiven oder der Akteure.
Diese Takes sind keine Tasks, sie sind Aufnahmen und nicht Aufgaben, die richtig oder falsch erfüllt werden können. Man kann sie vielmehr nur „an- oder aufnehmen“. Wir greifen dieses Konzept auf und strukturieren das Seminar in einer Serie von Takes, die alle um das selbe Thema kreisen: Friedrichstadt – Was machst du?

„Take“ is a terminus from music and filmmaking. It describes the very moment and specific setup of a single recording. From „take to take“ changes and variations are made and different instruments or lenses, perspectives, setups and actors are employed. Such „takes“ are not „tasks“, hence you can not accomplish them right or wrong, you just can „take“ them and less or more engage with them. We take-up the concept and structure the seminar in a series of such different „takes“. These takes orbit around the central question of the seminar: Friedrichstadt – What do you do?
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„Videographie als Methode“, könnte man mit dem „Weg der Aufzeichnung des Gesehenen“ übersetzen.

Wie aber werden die Dinge, Menschen und Fragen auf diesem Weg sicht- und verhandelbar?

Unser Verständnis von Videographie geht über technische und empirische Aspekte der Sammlung von bildhafter Informationen hinaus.

Wir verstehen Videographie in erster Linie als Mittel der Kommunikation und Interaktion. Mit der videographischen Intervention treten die Forscher*innen in ihr Untersuchungsfeld. Sie produzieren und provozieren damit Situationen. Sie laufen durch die Straßen von Friedrichstadt und sie werden mit ihren Kameras, Stativen und Tongeräten deutlich Sichtbar. Interesse und Desinteresse tritt den Videograph*innen nun unvermittelt und aktiv entgegen. Damit kehrt sich auch die Frage, wer wen beforscht, in ein wechselseitiges Verhältnis um. Die Forscher*innen werden „beäugt“, angesprochen, gebeten nicht zu Filmen oder eingeladen sich den Themen und Geschichten zu widmen. Folglich müssen sich Videograph*innen sehr schnell und veränderlich ihrer eigenen Rolle bewusst werden. Sie können so ihre In(ter)vention, ihr Dazwischen-kommen, als Invention, als Erfindung der eigenen Rolle in der Interaktion verstehen lernen.

Gelingt ihnen dabei sich selbst zu öffnen und einige der mitgebrachten Betrachtungsweisen, geistigen Linsen und stereotypen Filter beiseitezuschieben, dann öffnen sich neue und zuvor unerkannte Themen, Fragen und Welten auf dem Weg dieser Methode.

Videographie als Kommunikationsmittel ermöglicht nun diese Themen und Fragen in ihrer Bedeutung zu verhandeln, denn mit dem „Blick von außen“ der Forscher*innen, treten auch neue Themen und Fragen für die Friedrichstädter*innen hervor, sie werden im wörtlichen Sinne an der Leinwand „sichtbar und hörbar“ gemacht.

Was ein Text nur als Schauspiel zu leisten mag, gelingt bei der Aufführung der Filme. Die Aufführung produziert eine zweite Situation. Eine kollektiv erlebte Re-Präsentation der Situationen, in denen die Fragen im Feld hervortraten. Der Ort der Aufführung und die Filme lassen einen Raum entstehen, in welchem die intensive Verhandlung der Themen stattfinden kann.
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Wissenschaftliches Ziel einer möglichen Begleitforschung ist die praxisbezogene Weiterentwicklung von raumbezogenen Planungsverfahren für den Umgang mit unbestimmter Zukunft, die Entwicklung von Grundlagen für Evaluationskriterien konkreter Planungsvorhaben sowie die Weiterentwicklung und Untersuchung von Kommunikationsstrukturen und Beteiligungsmodellen.

Mit Bezug auf die fünf selbst identifizierten Handlungsfelder (Stadt inmitten der Dörfer; lebendige Wirtschaft, Freizeit, Tourismus & Kultur; Bauen, Wohnen & Stadtbild; Partizipation, Kommunikation, Engagement) ließen sich folgende Themenfelder wissenschaftlich-analytisch verfolgen: Wohnen, Arbeit, Tourismus und Ökonomie, Städtisches Leben, Stadtentwicklungsgeschichte

Ein detailliertes Untersuchungskonzept liegt dem 2. Antrag bei.


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Alexander, Christopher. 1971. Notes on the Synthesis of Form. Cambridge, MA: Harvard University Press.

———. 1977. A Pattern Language: Towns, Buildings, Construction. Massachusetts: Oxford University Press.

Brüsemeister, Thomas. 2008. „3. Grounded Theory“. In Qualitative Forschung, 151–98. Springer-Verlag.

Callon, Michel. 2006. „Einige Elemente einer Soziologie der Übersetzung: Die Domestikation der Kammmuscheln und der Fischer der St. Brieuc-Bucht“. In ANThology : ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie, 135–74. Bielefeld: transcript Verl.

Färber, Alexa. 2014. „Potenziale freisetzen: Akteur-Netzwerk-Theorie und Assemblageforschung in der interdisziplinären kritischen Stadtforschung“. sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 2 (1): 95–103.

Kromrey, Helmut. 1998. „Handlungsforschung (action research)“. In Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der Datenerhebung und Datenauswertung, 515–19. UTB. - [Wechselnde Verlagsorte und Verleger], 1971- 1040. Opladen: Leske Budrich.

Kuroda, Junzo, und Momoyo Kaijima. 2001. Made in Tokyo: Guide Book. Tokyo: Kajima Institute Publishing Co.
Latour, Bruno. 2005. Reassembling the Social: An Introduction to Actor-Network-Theory. Oxford; New York: Oxford University Press.

Löw, Martina. 2001. „Kap. 5.2 Die Entstehung von Raum in der Wechselwirkung zwischen Handeln und Strukturen“. In Raumsoziologie, 1. Aufl., 158–78. Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft : Stw. - Berlin : Suhrkamp, 1968- 1506. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

McFarlane, Colin. 2011. „The city as assemblage: dwelling and urban space“. Environment and Planning D: Society and Space 29 (4): 649–71. doi:10.1068/d4710.

Pink, Sarah. 2013. Doing Visual Ethnography. SAGE.

Strauss, Anselm L., und Juliet M. Corbin. 2010. Grounded theory: Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Unveränd. Nachdr. der letzten Aufl. Weinheim: Beltz.

Sturm, Gabriele. 2000. Wege zum Raum: Methodologische Annäherungen an ein Basiskonzept Raumbezogener Wissenschaften. Auflage: 2000. Opladen: Leske + Budrich Verlag.

Zmijewski, Artur, und Oskar Hansen. 2014. Open Form Film, Space, Interaction, and the Tradition of Oskar Hansen. Berlin: Sternberg Press.
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Besonderer Dank gilt: Annika Müller und Tilmann Meyer für die Organisation, Elke danken wir für den fantastischen Kuchen, Christiane Thomsen für das Vertrauen und das Überlassen der ehemaligen Synagoge.  

Student-Researcher:
Leili Almaz kyzy
Philip Bellmann
Johanna Bohnenkamp
Aday Leo Demirel
Kunal Tuljaram Gaidhankar
Laura Gericke
Makwana Kalpesh
Buket Kara
Tobias Kelm
Mehul Khoont
Annelie Knust
Lina Kröger
Marina Mizani
Maria Jose Mujica von Seggern
Lara Ollmann
Kathia Román Reina
Lilly Seiler
Sean Weingarten
Clara Weinreich

Team Urban Design HCU-Hamburg:
Prof. Bernd Kniess
M.Sc. Ben Pohl
M.Sc. Tabea Michaelis

Gäste:
Mike Schäfer
Tom Gräbe

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Das Seminar wurde im Rahmen des Zukunftsstadt-Wettbewerbs der Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Arbeitsbereich Urban Design der HafenCity Universität Hamburg konzipiert und umgesetzt.
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